basis wien | Kunst aus dem Baltikum

Für ein Land wie Österreich, ohne Zugang zum Meer, haben maritime Nationen eine mythische Identität. Am Meer gelegene Länder sind mit einem warmen Klima gesegnet, sie verfügen über reiche Fischbestände. Diesen Mythos machen sich solche Länder für den Tourismus zunutze; es fällt ihnen nicht schwer Touristen an ihre Küsten zu locken und so mit der Zeit vertrauter Teil der Lebenswelt zu werden – ein jeder weiß zum Beispiel etwas über Kroatien, Griechenland oder Italien. Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben es nicht so leicht. Das Klima ist hier nordisch kalt und das Meer bietet keine so reichen Erträge. So bleiben die drei baltischen Länder für die Mehrheit der Europäer ein Mysterium. Die drei Staaten werden nicht als eigenständige Länder wahrgenommen, sondern erscheinen als ein einheitliches geographisches Gebilde, weit weg von Europa – eine Vorstellung, die sich in den 50 Jahren des Abgeschnittenseins von der Welt seit 1940 noch zugespitzt hat.

Der Co-Kurator der Ausstellung, Simon Rees, schreibt: „Die Ausstellung Tides of Change – Zeiten des Wandels – vermittelt den Besuchern eine übersicht über eine faszinierende Bandbreite kulturellen Schaffens, wobei sowohl regionale Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede aus der Sicht der Gegenwartskunst beleuchtet werden. Ein zentrales Thema der Ausstellung ist die Entwicklung der sehr persönlichen Sichtweise junger Künstler, die dem öffentlichen Symbolcharakter der Arbeit, der vorhergehenden Künstlergeneration, die eng mit dem kommunistischen System verbunden war, ambivalent gegenübersteht. Eine Auseinandersetzung mit diesen jungen Künstlern bestärkt mit Sicherheit die gegenüber der Region bestehenden romantischen Assoziationen. Gleichzeitig aber zeigt sie kulturelle Zusammenhänge auf und bietet eine kritische Perspektive – und das auf vergnügliche Weise.“

überwiegend konzentriert sich die Ausstellung auf Künstler der jüngeren Generation. Die meisten von ihnen haben den Großteil ihrer Jugend in der postsowjetischen Zeit verbracht. In ihrer Arbeit sind sie mehr daran interessiert einen eigenständigen Zugang zu entwickeln als Werke zu schaffen, die einfach entschlüsselt werden können und einen hohen Erkennungswert bieten. Bilder aus der Geschichte spielen manchmal eine Rolle, aber sie werden auf sehr individuelle Weise benutzt.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: Konstantinas Bogdanas (*1962, Litauen), Andris Eglītis (*1981, Lettland), Merike Estna (*1980, Estland), Daiga Krūze (*1980, Lettland), Inga Meldere (*1979, Lettland), Alina Melnikova (*1983, Litauen), Tõnis Saadoja (*1980, Estland), Eglė Ulčickaitė (*1989, Litauen), Andris Vitolinš (*1975, Lettland) und Andrius Zakarauskas (*1982, Litauen).

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Kunst aus dem Baltikum

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