basis wien | HangArt-7Italien

Der Titel der Ausstellung „Una Forza del passato“ ist ein lyrisches Zitat des Schriftstellers und Filmemachers Pier Paolo Pasolini. Malerei als „forza del passato“ (Kraft der Vergangenheit) beschwört den Mythos der Unsterblichkeit dieser Kunstform, die einem ständigen Wandel unterlegen ist. Dieser Wandel vollzieht sich in einem dialektischen Prozess, der sich durch neue Techniken, Motive, Themen und Künstlerpersönlichkeiten auf der einen Seite und durch den Rückgriff auf das Alte auf der anderen Seite manifestiert. Diese Gegensätze charakterisieren das zeitgenössische Kunstschaffen Italiens, wo Nord auf Süd, Industrie auf Ländlichkeit, Design auf Kitsch, Tradition auf den letzten Schrei trifft.

Ungewöhnliche Einblicke in eine fantastische Landschaft und alte Mythen etwa lässt der Mailänder Alessandro Ceresoli (*1975) auf seinen tiefschwarz grundierten Arbeiten zu. Gabriele Arruzzo (*1976) erschafft bunte und comichafte Szenen, mischt darin Archaisches mit Zeitgeist. Valentina D’Amaros (*1966) teilweise monotone Landschaften sind anti-narrativ. Sie orientieren sich aber an der realen Natur, beschwören Bäume, Wiesen und Sträucher als stumme Zeugen eines Geschehens, sind zeitlos. Anders konstruiert Francesco De Grandi (*1968) aus Palermo seine Landschaften, die ins Fantastische gehen, als malerische Studien, die Licht und Raum erforschen.

Alt sind die Motive Francesco Laurettas (*1964), der aus Sizilien stammt und in Florenz lebt und arbeitet: Menschenaufläufe in alten Straßenzügen, Prozessionen, entrückte Engel. Aus der intensiven Beschäftigung mit Orten und Menschen entstehen die komplexen Arbeiten des Künstlers Pietro Ruffo (*1978) aus Rom. Ruffo verbindet in seinen Zeichnungen Motive alter Kunst mit Darstellungen realer Verhältnisse, etwa aus dem Leben von Insassen einer psychiatrischen Anstalt. Sibylle Trafoier (*1977) erfindet in ihren Porträts den Körper neu, psychologisiert ihn, wenngleich auch ihre Malerei die Schwere der Vergänglichkeit zutiefst einfängt. Francesca Pizzo (*1981) aus Bologna reduziert in ihren Porträts den Farbton und thematisiert nur eine Eigenschaft ihrer Protagonisten, die sie anhand eines Symbols hervorhebt.




<< zurück

D'Amaro

Trafoier Nocturne

Gabriele Aruzzo